March 2010 Archives

Fiordland/Southland

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Hier ist jedes zweite Dorf das "Whatever Capital of the World" - Queenstown ist das "Adrenaline Capital of the World", weil hier staendig Leute von Bruecken und aus Flugzeugen springen, mit absurd schnellen Booten durch Canyons jetten oder sich samt Mountainbike mit dem Helikopter auf Bergen absetzen lassen. Hier die Nevis Highwire Platform, von der sich angeblich verrueckte Leute 134m in die Tiefe stuerzen, geruechteweise:

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Direkt neben meinem Hostel ist ein Gondel, mit der man auf einen Berg gelangt. Ich wollte die $25 nicht bazahlen und bin zu Fuss hochgelaufen und dann noch ein Stueckchen weiter. Von oben (hier ist eine Kartbahn, Paraglider, ein weiterer Bungee,...) hat man einen netten Blick auf die Stadt und den Lake Wakatipu.

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Am Morgen der Abreise von Queenstown richtung Milford Sound (hatten dort einen Overnight Cruise gebucht) kam die Ansage vom Busfahrer: die Milford Road, der einzige Zugang dorthin, ist unter 5000 Kubikmeter Erde begraben. Planaenderung: 2 Naechte in Te Anau ("Walking Capital of the World") auf dem Weg dorthin. Dort war es erst regnerisch, spaeter besser und ich bin ein paar kleine Stuecke des Kepler Track gegangen. Als Ersatz fuer den touristisch (zu) gut erschlossenen Milford Sound habe ich dann die Nacht auf einem kleinen Boot im Doubtful Sound verbracht. Mit nur 6 Passagieren und 2 Crewmitgliedern waren das sehr entspannte 16 Stunden im Fjord, mit Wasserfaellen von allen Seiten, gutem Dinner und passend-duesterem Wetter.
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Der Regenwald auf den Bergen kommt fast ohne Erschicht aus: Die Baeume halten sich mit ihren Wurzeln gegenseitig fest und Wasser ist mit 7000mm Regen im Jahr reichlich vorhanden und braucht nicht gespeichert zu werden. Manchmal rutscht die Vegatationsschicht lawinenartig ab (ein "Treeslide") und auf dem nackten Fels muessen die Flechten und Moose wieder ganz von vorne anfangen. Das Schiff neben dem Treeslide hier ist uebrigens recht gross:
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Danach war die Milford Road auch wieder offen, sodass ich nun in den Genuss beider Fjorde gekommen bin. Die Strasse selbst hat auch was (man sieht sie am rechten Bildrand)

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In Milford war ich nur zwei Stunden auf einem riesigen Touristen-Schiff mit auswaendig gelernten Lautsprecheransagen anstatt persoenlichen Diskussionen mit dem Skipper.

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Die Unterkunft fuer die Nacht war eine Holzhuette ohne Strom (Licht per Generator bis 22:30) und Holzofen als Heizung. Nett.

Dann nach Stewart Island, manchmal als die dritte Insel Neuseelands bezeichnet. Es liegt suedlich der Suedinsel auf 47grad suedlicher Breite, also so weit suedlich wie Oesterreich noedlich liegt - nur ohne Golfstrom. Mit fuer hier voellig untypischem gutem Wetter (auch die Locals waren begeistert) waren das zwei angenehme Tage des Insel-Erkundens. Auf einer kleinen Nebeninsel ist ein Vogelschutzgebiet, in dem man nachts angeblich auch wilde Kiwis findet (leider faehrt das letzte Wassertaxi vor der Daemmerung zurueck), aber auch viel anderes Gefluegel sehen und hoeren kann. Die Bilder sehen nach Badewetter aus, aber dafuer ist es inzwischen viel zu kalt.

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Das braune runde Ding auf dem Kai ist ein Weka, einer von Neuseelands obskuren flugunfaehigen Voegeln.

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Gestern waren wir Fischen - zwischen 10 und 15 Blue Cod hat jeder in zwei bis drei Stunden gefangen, nur mit Leine und Haken ohne Angelrute. Wer soll das alles essen?

Heute regnet es und ich verbringe dem letzten Tag auf der Insel mit lesen, Blog pflegen, Bilder angucken, Tee trinken und an zuhause denken.

Kontrast

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In Aotearoa* gibt es 8 sogenannte Great Walks, das ist mehr oder weniger eine Qualitaetsstufe fuer mehrtaegige Wanderungen, die des Marketings dient. Die sind alle recht gut ausgebaut (Huetten zum Uebernachten mit Schlafsack, Trinkwasser, Beschilderung, manchmal sogar Bruecken ueber Fluesse) und entsprechend beliebt. Einer davon ist der Abel Tasman Coastal Track im gleichnamigen Nationalpark, den man zwar in 2 Tagen machen koennte, oder auch in 5. Wir haben ihn in 4 gemacht, was fuer die insgesamt 38 Kilometer mit eher wenig Hoehenmetern ein sehr gemuetliches Tempo und viel Freizeit ergibt. Der Track entfernt sich zwischendurch zwar fuer ein paar Stunden von der Kueste, bleibt aber im Wesentlichen in der Naehe des Wassers. Man geht auch mal eine halbe Stunde nur einen langen goldenen Strand entlang, um danach wieder im Wald einen kleinen Pass zu ueberqueren. So geht das die ganze Zeit. Hier Bilder gucken:

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Der Weg enthaelt einige sogenannte Tidal Crossings, also Abschnitte, die man nur bei Ebbe durchqueren kann und die ansonsten geflutet sind. Die sind teilweise auch recht lang und meistens muss man durch einen Knoechel- bis Knietiefen Bach waten, dessen Muendung in der Ueberflutungszone liegt.

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Tut mir leid fuer die Postkarten-Bildausschnitte mit Gruenzeugs als Bilderrahmen... aber so sieht es dort nunmal staendig aus. Am Ende haette ich mir etwas Vulkane oder wenigstens Oednis irgendeiner Art gewuenscht.
Mein Wunsch nach Abwechslung wurde erfuellt und am naechsten Tag fuhren wir die Westkueste nach Sueden entlang, die uns auch gleich mit ihrem typischen Wetter begruesst hat. Welcome to the West Coast. Brrrr.

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Hier ein Blowhole inmitten der Pancake Rocks. Wozu schreib ich eigentlich auf Deutsch?

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Und um das mit dem Kontrast auf die Spitze zu treiben, gabs zwei Tage danach die Gletschertour auf dem Franz-Josef-(englisch aussprechen)-Gletscher. Hier unser Guide beim Herstellen unserer Treppenstufen:

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Ich beim skeptisch gucken:
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Blick nach oben:
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Wie man sieht war das Wetter im noch nicht so toll, aber wenigstens hat es nicht geregnet. Zwei Tage spaeter klarte es dann deutlich auf und alles sah so aus wie es aussehen sollte.

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Jetzt bin ich in Wanaka, was fuer Neuseeland-Verhaeltnisse ein lokales Zentrum ist, nach europaeischen Standards ein Dorf. Es liegt schoen zwischen den Bergen an einem See, was aber nichts besonderes ist, hier sieht es ueberall so aus.

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Und hier das ebenso gewoehnliche Panorama von einem Huegel neben dem Dorf, auf den man mal eben in einer halben Stunde hochlaufen kann. Wirklich nicht der Rede wert, weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.

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Nach einem weiteren Tag hier gehts am Samstag nach Queenstown, anschliessend weiter in  Richtung Sueden zum Milford Sound.

* das ist der Maori-Name fuer Neuseeland, uebersetzt "Das Land der langen Regale weissen Toastbrots"

Nordinsel

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Nach Thames habe ich die Coromandel ueberquert nach Hahei, wo ich drei Naechte eingelegt habe, um dort die Zeit mit Kayaken, Schnorcheln, Schwimmen und Tauchen zu verbringen. Hahei liegt direkt an einem langen Strand und waere in Europa mit riesigen Hotels zugebaut worden - hier sind es nur ein paar Anlagen und einige private Ferienhaeuser. Zu Fuss oder per Kayak kommt man zu den schoenen Kalksteinfelsen der Cathedral Cove (unterwegs sind zwei nette Buchten zum Schnorcheln), man kann aber auch einfach am Strand bleiben, der nachmittags auch mal von Delphinen besucht wird; leider schwimmen die viel schneller als ich. Das Wasser ist zwar zu kalt fuer Korallen und auf Bali waren um zwei Groessenordnungen mehr Fische, trotzdem war mein erster SCUBA-Tauchgang interessant und es gab einiges zu sehen.

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Und auf zum naechsten Wassersport nach Raglan, einem gemuetlichen und beruehmten Surferdorf. Zwei Nachmittage Surfen haben mich definitiv auf den Geschmack gebracht...

Der naechste Tag war verregnet, was aber ganz gut gepasst hat, weil ein laengerer Trip mit Zwischenstop in den Waitomo Caves auf dem Programm stand: einem Bach folgend durch Hoehlen quetschen, robben, abseilen, klettern, ... Leider etwas zu nass fuer Kameras, daher kein Foto. Die Nacht wurde in einem mehr oder weniger originalen Maori-Marae (Versammlungshaus) verbracht, inklusive Gelegenheit, den Haka (Kriegstanz) zu lernen. Nein, davon gibts kein Video (hoffe ich jedenfalls). Am naechsten Tag gings nach Rotorua, wo wir auf das beliebte Rafting zu Gunsten eines guenstigeren Besuchs in TeWhakarewarewatangaOTeOpeTauaAWahia verzichtet haben, einem Maori-Dorf, das heisse Quellen zum Kochen, Baden, usw. benutzt. Rotorua selbst ist voll von brodelnden Schlammpfuetzen, warmen Baechen oder einfach nur stinkenden Erdspalten. Man riecht die Stadt, bevor man sie sieht, und irgendwie bekommt man lust auf Fruehstueckseier ;)
Weiter gings in Richtung Osten mit einem Van (nur 12 Leute, endlich mal) mit diversen Zwischenstopps um das schoene East Cape und Uebernachtung in einem baumbeschatteten verwinkelten Haus direkt am Wasser, mit Feuer, Gitarre und Gesang am Abend. Die Nacht war dann relativ kurz, bedingt durch den Tsunami, den wir nach unserer gemuetlichen Evakuierung beim besten Willen nicht entdecken konnten. Immerhin sind wir deshalb puenktlich losgekommen. In Gisborne durften wir dann aus Tsunamigruenden nicht surfen und mussten uns mit Maori-Essen und ausgiebiger Weinprobe am Feuer zufriedengeben. Auf dem Rueckweg nach Rotorua war noch Zeit fuer ein Bad in einer heissen Quelle.

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Achja, unterwegs ist meine Kamera gestorben (lens error, restart camera) und ist ab morgen unterwegs nach Deutschland um als Garantiefall repariert zu werden. in Rotorua habe ich mir Ersatz gekauft und werde eine der beiden dann wohl auf Ebay verticken. Deshalb gibts von den zwei Tagen keine Bilder.

Nach so viel Gammeln war es wieder Zeit fuer etwas rumlaufen: Die Tongariro Alpine Crossing suedlich von Taupo stand auf den Programm. 7 Stunden durch Vulkanlandschaft wandern mit unglaublich wechselhaften Panorama - der beste One-Day-Walk im Land und einer der beruehmtesten der Welt wenn man der Propaganda glaubt. Hier sind einige der vielen Fotos die ich an dem Tag geschossen habe.

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Danach gings ziemlich direkt nach Wellington, wo ich jetzt im Hostel neben der Waschmaschine sitze. Das anscheinend sehr gute Nationalmuseum ("Te Papa") steht noch auf dem Programm und Montag gehts dann mit der Faehre auf die Suedinsel, anschliessend versuchen wir uns an einem der Great Walks: 4 Tage mit dem Rucksack abseits der Zivilisation der Kueste entlang im Abel Tasman National Park. Zumindest ist das der aktuelle Plan.